Der Weg nach unten ist zuerst ganz angenehm, aber die Sonne brennt wahnsinnig. So ist es hier im September, morgens fürchterlich kalt, kalt und dunkel, am Tage wahnsinnig heiß und kein Bisschen Schatten, nirgendwo.
Halka stürzt sich von einem Berge in den Abgrund. Und ich? ich wollte es doch anders, nicht vom Berge hinab sondern ins Meer rein. Halka lebte in der Tatra, ich am Meere. Halka, das Mädchen aus den Bergen, Halka, ein Fräulein des Meeres.
Und seufzte lang und bang,
Es rührte sie so sehre
der Sonnenuntergang.
Mein Fräulein! sein Sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
und kehrt von hinten zurück.
Die Nachmittagswanderung ist eigentlich viel schwieriger als vormittags, aber einen Vorteil hat es doch, nachmittags sind irgendwie bessere Leute unterwegs. Ich kann es nicht erklären, ich weiß auch nicht, was ich genau darunter verstehe, aber so ist es – wir sind irgendwie besser. Vielleicht, weil wir mehr Müdigkeit annehmen als diejenigen, die morgens aufstehen und um Mittag schon Halt machen. Ich werde heute zu dem nächsten Albergo erst kurz vor dem Sonnenuntergang kommen. Es wird mich so sehre rühren.
Auf dem Weg darf man nicht zu sehr herholen mit der Ironie, es kann immer passieren, dass sich der Spieß unerwartet umdreht und...
Okay, mich hat niemand geschwängert, aber sonst Halka, nichts wie Halka, ein Opfer aus dem Oper, ein Opfer schlechthin, einen schlechten Namen hast du dir ausgesucht, Fräulein! Vom Berge herunter ins blaue Meere hinein… Müde wie ein Hund geh´ ich an einer Kirche vorbei… Es stimmt etwas mit der Buchstabenzahl nicht dabei.
Unzufrieden mit meiner Dichterkunst und tatsächlich müde wie ein Hund halte ich an einer kleinen Kirche an. Albergo! Ich habe es nicht auf meiner Liste, aber hier ist es doch, ein Alberge di Peregrini. Wie schön! Und das noch vor Sonnenuntergang.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen